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1/27/2011

A forgotten promise in Madrid




On Thursday, february 10, 2011, A forgotten promise stops at the publishing house and library Traficantes de Sueños in c/Embajadores, 35 in Madrid, Spain. Some information in advance: during the Kosovo War in 1999 the Kosovo Liberation Army expelled tenthousands of Roma from their Kosovo homeland, forcing them to take refuge in Serbia or, in the case of Mitrovica, in the northern part oft he city, mainly populated with serbs. After the war, they called not return to their destroyed neighbourhood in southern Mitrovica, the Roma Mahalla, an das IDPs (Internally Displaced Persons) they were settled by the UNMIK administration on the slack sleaps of the Trepca lead mines, a highly polluted area, some called it the major environmental disaster in Europe. But the already discriminated Roma suffered from more than just the dramatic effects of social exclusion, for more than a decade they are forced to live, to birth and to bring up their children and, of course, to die, in lead-poisened air and on lead-poisened soil, drinking poisoned water. Yet, in 2011, there is no hope and still there is no one who feels responsible, nor the local administration, neither the United Nations itself. A forgotten promise is just a glimpse into the suffering and the difficulties of daily life of more than 600 people living in the camps of Osterode and Cesmin Lug in Mitrovica, Northern Kosovo.

11/28/2010

Interventions, state building and the future of European Foreign Policy


Public debate at Haus der Musik, Seilerstätte 30, 1010 Wien on Friday, 26 November 2010, 15.00 hours. I was invited after presenting my project "A forgotten promise" to the ESI (European Stability Initiative) and I took the chance to present some questions about the perspectives and the guidelines of European exterior politics concerning the situation of Roma refugees in the camps of Cesmin Lug and Osterode in Mitrovica, Kosovo. No one of the lecturers wanted to respond anything about the status of these so called Internally displaced persons living in these lead-polluted camps. Another trying to publicise the unbearable living conditions in Cesmin Lug and Ostarode for nothing...

11/18/2010

Fluvio Report 2010


Read the Fluvio Report 2010 (http://www.parliament.uk/deposits/depositedpapers/2010/DEP2010-0688.pdf) and some interesting reflections about this report on the homepage of Flüchtlingsrat Niedersachsen from august 2010:

"Studie zur Bleiverseuchung in Mitrovica/Kosovo

Im März 2010 wurde eine geochemische Studie des “Institute of Geography and Earth Sciences” der University of Wales zur Bleibelastung des Bodens in den Lagern Cesmin Lug und Osterode sowie in der Roma Mahalla vorgestellt. Daraus geht hervor, dass auch das Gebiet der Roma-Mahalla stark mit Blei belastet ist (wenn auch deutlich weniger als in den Camps Cesmin Lug und Osterode).

Interessant sind vor allem die Schlussfolgerungen der Autoren bezüglich der Roma Mahalla. Die Umsiedlung der Roma aus den bleiverseuchten Camps wird als sinnvolle Maßnahme angesehen, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass dort weder Gemüse angebaut wird noch Tiere gehalten werden. Empfohlen wird, alle nicht mit Häusern, Straßen oder Gehwegen bebauten Flächen in der Mahalla (also vor allem die Gärten) mit Plastersteinen oder Betonplatten zu bedecken. Alternative wäre eine umfangreiche Sanierung des gesamten Gebietes.
Die Studie wird auch im aktuellen Lagebericht des Auswärtigen Amtes zitiert. Dort wird allerdings nur festgestellt, das die Roma-Mahalla “erheblich niedrigere Kontaminierungswerte” aufweist, als die Camps in Nord-Mitrovica. Weiter wird ausgeführt, das auch die Kontaminierungswerte in den Camps “innerhalb der Toleranzgrenzen liegen, die in westeuropäischen Staaten für industriell genutzte Gebiete gelten”.

Konkret wird festgestellt das 69-70% der Bodenproben aus der Roma Mahalla eine Bleibelastung aufweisen, die über den britischen Grenzwerten für Wohngebiete und Kleingärten liegen (Grenzwert: 450 mg/kg; Roma Mahalla: durchschnittlich 513 – 568 mg/kg). Die maximale in einzelnen Proben gemessene Bleibelastung lag bei 2500 mg/kg und damit auch deutlich über dem Grenzwert für Industriegebiete (750 mg/kg).

Auch wurde festgestellt, dass ca. 70% der Proben den Grenzwert der Belastung mit Cadmium überschritten. Die durchschnittliche Bleibelastung des Bodens (0-10cm Tiefe) in Cesmin Lug liegt bei 2349 mg/kg, in Osterode bei 2412 mg/kg. Die deutschen Grenzwerte liegen bei 400 mg/kg für Wohngebiete und bei 200 mg/kg für Kinderspielflächen."
(Source:http://www.nds-fluerat.org/4606/aktuelles/studie-zur-bleiverseuchung-in-mitrovicakosovo/)

11/15/2010

Petition online "Bleiben" against the deportation of Roma from Germany

Photo: Aktion Sühnezeichen Friedensdienste

Petition an Dr. Thomas de Maizière, Bundesminister des Innern, zur Innenministerkonferenz am 16.11.2010

Es gibt viele gute Gründe, die Petition „Keine Abschiebung von Roma aus Deutschland“ zu unterzeichnen. 10 Stimmen finden Sie hier und ausführlich in der taz-Sonderbeilage (PDF). Vom 16. – 18. November 2010 tagen in Hamburg die Innenminister der Länder. Dort wollen wir die Petition mit möglichst vielen Unterschriften überreichen – hoffentlich mit Ihrer und Eurer Unterschriften: http://www.asf-ev.de/aktuelles/thema/roma_und_sinti/online_petition_bleiben/

11/10/2010

Human Rights Watch - Report 2010

Human Rights Watch prangert Roma-Abschiebungen in den Kosovo an
Donnerstag, 28. Oktober 2010: http://www.roma-kosovoinfo.com/

Roma und Angehörige anderer Minderheiten, die aus Westeuropa in den Kosovo abgeschoben werden, werden nach ihrer Rückkehr in einer Weise diskriminiert, benachteiligt und entrechtet, die ihre Menschenrechte verletzt, so Human Rights Watch in einem heute veröffentlichten Bericht.

Der 77-seitige Bericht „Rights Displaced: Forced Returns of Roma, Ashkali and Egyptians from Western Europe to Kosovo" beschreibt die schwierige Menschenrechtslage der Kosovo-Flüchtlinge, die nach Westeuropa geflohen waren und anschließend in den Kosovo zurückgeschickt wurden. Die Rückkehrer haben oft Schwierigkeiten, an Ausweisdokumente zu gelangen oder ihr altes Eigentum zurückzuerhalten. Auch beim Zugang zu Wohnraum, Gesundheitsversorgung und Sozialleistungen stoßen sie auf Hindernisse. Viele der abgeschobenen Flüchtlinge werden schließlich auf Dauer von ihren Familien getrennt. Besonders hart treffen die Abschiebungen Kinder. Aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse, unterschiedlicher Lehrpläne und materieller Not können sie den Schulbesuch nach ihrer Rückkehr oft nicht fortsetzen.

10/20/2010

Roma in Bulgaria (Article by Barbara Oertel in Die Tageszeitung, 20-10-2010

PLOWDIW taz | Der Gang durch das Roma-Viertel Scheker Machala, zehn Autominuten vom Zentrum der zweitgrößten bulgarischen Stadt Plowdiw entfernt, wird zum Spießrutenlauf. An der Straße steht ein junger Mann in ausgebeulten Trainingshosen und hält zwei Schachteln Zigaretten hoch. Zögerlich geht er auf die Ankömmlinge zu, mustert sie kurz und sucht schnell das Weite. Auch drei junge Frauen, die neben einer Tüte mit Fleischstücken auf der Straße kauern, haben keinen Gesprächsbedarf. "Was suchen Sie hier", zischt eine.

Dicht an dicht drängen sich in dem Viertel, wo rund 10.000 Roma leben, windschiefe Hütten, Bretterverschläge und einstöckige Häuser aus Stein. Die engen Gassen, die eher Trampelpfaden gleichen, sind heute nur über Holzbretter begehbar, da heftige Regenfälle den Sandboden aufgeweicht haben. In vielen Unterkünften, die teilweise offen sind, stehen Pferde, mit dem Halfter an Holzbalken festgebunden. Auch Hühner laufen zwischen den Hütten herum. Stromversorgung gibt es hier ebenso wenig wie eine Kanalisation.

Vor einer Hütte verarbeitet eine alte Frau mit Kopftuch und langem Rock Maiskolben. Auf einem Gaskocher brutzelt ein undefinierbarer dunkler Brei in einer Emailleschüssel. Auch sie schüttelt, als sie angesprochen wird, unwillig den Kopf. Ein Mann von gegenüber, der die Szene verfolgt hat, blickt sich kurz um und bittet die unangemeldeten Gäste in den kleinen Hof vor seinem Haus. Sari Arifow ist mittelgroß, schlank, grauhaarig. Seit 1958 lebt der 64-Jährige in Scheker Machala. Er spricht betont leise, obwohl ihn hinter der geschlossenen Hoftür ohnehin niemand hören kann. Das Leben sei sehr schwer. Er finde nur hin und wieder für eine paar Tage Arbeit, Hilfe vom Staat gebe es auch keine. "Wir haben 160 Lewa (80 Euro) zum Leben, das reicht nicht einmal fürs Essen", erzählt er.

Roma im EuroparatMinister der Mitgliedstaaten des Europarats, Vertreter der Europäischen Kommission sowie der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) treffen sich am heutigen Mittwoch in Straßburg, um über die Lage der rund 11 Millionen Roma in Europa zu diskutieren. Generalsekretär Thorbjørn Jagland wird neue Initiativen in den Bereichen Bildung, Unterkunft, Gerechtigkeit, Gesundheit, Gleichstellung von Frauen und Männern und Teilnahme am staatsbürgerlichen Leben vorstellen. Erst in der vorvergangenen Woche hatte der Europarat gefordert, kollektive Abschiebungen von Roma in das Kosovo zu stoppen. Scharf verurteilt wurden in einer entsprechenden Entschließung der Parlamentarischen Versammlung auch "Hassreden" über Roma. (bo)
Dann senkt er noch einmal die Stimme. Die Behörden interessiere es nicht, was hier im Viertel passiere. Verwahrloste kleine Kinder spielten im Abfall. "Sehen Sie doch nur, in welchem Elend wir hier existieren", sagt er und fügt noch hinzu: "Was der französische Präsident Nicolas Sarkozy getan hat, war richtig. Die Roma, die dort hingegangen sind, wollten doch nur die Menschen bestehlen. Das ist eine Sünde vor Gott. Ich aber, ich bin ein ehrlicher Mensch."

Die Abschiebung von tausenden rumänischen und bulgarischen Roma aus Frankreich in ihre Heimatländer hat auch in Bulgarien die Diskussion über den Umgang und die Probleme mit dieser - nach den Türken zweitgrößten - Minderheit wieder angefacht. Schätzungen zufolge leben zwischen 700.000 und 800.000 Roma in Bulgarien - ein Zehntel der Gesamtbevölkerung. Genaue Zahlen gibt es nicht, weil sich viele Roma bei entsprechenden Erhebungen als Angehörige einer anderen Ethnie ausgeben. Zwei Drittel der Roma, die jeweils zur Hälfte Christen und Muslime sind, wohnen in abgesonderten Vierteln - ein Erbe der kommunistischen Zeit, in der die Machthaber versuchten, die Roma sesshaft zu machen.

Die meisten sprechen einen Dialekt der Roma-Sprache Romanes, der dem Türkischen ähnelt, und beherrschen das Bulgarische nur unzureichend. Die Folge: eine fehlende oder nur mangelhafte Schul- und Ausbildung, die unweigerlich in die Arbeitslosigkeit führt. Diese beträgt 70 Prozent, an manchen Orten auch deutlich mehr. Auch hier gibt es keine gesicherten Daten. Denn die Roma, die eine Arbeit haben, verdingen sich meist als Tagelöhner oder halten sich mit Gelegenheitsjobs über Wasser: in der Landwirtschaft, auf dem Bau oder als Sammler von Altpapier, Metall und Glas, sie sind nirgendwo registriert.

Die große Mehrheit ist weder kranken- noch rentenversichert. Besonders für eine Altersvorsorge fehlen die Mittel und die Motivation: Mit einer Lebenserwartung von 60 Jahren, die 13 Jahre unter dem Landesdurchschnitt liegt, erreichen die meisten den Ruhestand ohnehin nicht.

"In welche dunklen Kanäle ist das Geld für die Roma geflossen?", fragte unlängst die bulgarische Wochenzeitung Kapital. In den vergangenen zehn Jahren hätten für die Integration der Roma gerade einmal 3,30 Lewa (1,60 Euro) pro Monat und pro Person zur Verfügung gestanden, rechnete das Blatt vor. Und das, obwohl Bulgarien an zwei speziellen Rahmenprogrammen teilnähme und Summen in Millionenhöhe, auch aus Brüssel, in entsprechende Projekte investiert worden seien.

Der rechtsliberalen Regierung in Bulgarien fehlten der politische Wille und eine schlüssige Strategie, schrieb Kapital und verwies auf ein Ereignis, durch das die Kleinstadt Jambol vor wenigen Wochen traurige Berühmtheit erlangte: Dort ließ die Polizei einen von dutzenden Roma-Familien bewohnten, völlig verwahrlosten Plattenbau räumen. "Das ungelöste Problem mit den Roma ist die größte Bombe, die derzeit in Bulgarien tickt", heißt es abschließend in dem Beitrag. "Und sie wird auch nicht dadurch unschädlich gemacht, dass man zur Freizügigkeit für Roma aufruft."

Um eine Entschärfung dieser Bombe bemüht sich Asen Karagyozov bereits seit 13 Jahren. Er leitet den Jugendclub einer Roma-Vereinigung in Stolipinowo - mit 50.000 Einwohnern der größte Roma-Bezirk in Plowdiw. Anders als in Scheker Machala dominieren hier achtgeschossige graue Wohnblocks, die länger keinen Anstrich mehr gesehen haben. Die Wasserversorgung reicht jeweils nur bis in die dritte Etage. Die löcherigen Straßen säumen Händler, die Obst, Gemüse, Spielzeug und Billigtextilien anbieten. Pferdewagen, mit Säcken, Metall und Glas beladen, sind hier immer noch ein gängiges Fortbewegungsmittel.

Asen Karagyozovs Arbeitsplatz befindet sich in einem weiß getünchten Gebäude, der "Stiftung für die regionale Entwicklung der Roma - Plowdiw". Der 33-Jährige, der Jeans, ein pinkfarbenes, makellos gebügeltes Hemd und eine Goldkette trägt, führt den Unterrichtsraum vor, der an dem Tag verwaist ist. Junge Roma werden hier von Pädagogen unterstützt und gefördert - vor allem diejenigen, die in Klassen mit mehrheitlich bulgarischen Schülern lernen.

Sechs Grundschulen im Zentrum von Plowdiw beteiligen sich an diesem "Desegrationsprojekt", das seit 2004 läuft und derzeit 260 Roma erreicht. "Die Bulgaren haben von Anfang an positiv auf diese Initiative reagiert. Denn sie haben verstanden, dass Roma, die keine Ausbildung haben, ein Problem für die gesamte Gesellschaft sind." Zurückhaltend bis ablehnend seien anfangs die Roma-Familien gewesen, doch das habe sich geändert. "Mittlerweile können wir gar nicht mehr alle Kinder in unserem Projekt unterbringen", sagt Asen.

Auch Asens Vater, Anton, musste lange dafür kämpfen, dass sein Sohn eine bulgarische Schule besuchen durfte. Die Mühe hat sich gelohnt. Asen bereitet gerade seinen Bachelor in Wirtschaftsrecht vor und ist damit einer von fünf Roma in Stolipinowo, die eine Hochschulausbildung haben. Doch solche wie er werden in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.

Für die Mehrheit der Bulgaren sind die Roma einfach nur Kriminelle und Schmarotzer, die auf Kosten der Mehrheit leben und sich überhaupt nicht integrieren wollen. "Es wird immer nur ein negatives Bild von den Roma gezeichnet. Aber warum zeigt niemand, dass sie auch etwas leisten können? Dass auch Roma-Organisationen etwas Gutes bewirken?", schimpft Asen. Stattdessen regten sich die Leute darüber auf, dass diese Organisationen zu viel Geld bekämen. "Und wenn dann Mittel verschwinden, sind wir schuld daran."

Die sich hartnäckig haltenden Vorurteile gegenüber den Roma bereiten auch dem Vorsitzenden des bulgarischen Helsinki-Komitees, Krassimir Kynev, Kopfzerbrechen. Besonders nach der französischen Abschiebeaktion habe sich das politisch-soziale Klima weiter verschlechtert. Das beweise auch die steigende Zahl von xenophoben Beiträgen in den Medien. "Bislang war Frankreich für uns so eine Art Vorbild. Jetzt hat Sarkozy ein Beispiel für Rassismus gegeben. Und die Botschaft, die in Bulgarien ankommt, lautet: ,Eine repressive Politik gegen Roma ist möglich. Das heißt, wir hier können genauso vorgehen.' Mittelfristig sinken dadurch die Chancen für eine erfolgreiche Integration."

Im Plowdiwer Stadtteil Hadsen Asan Machala, einem weiteren Roma-Viertel, sind die Straßen fast menschenleer. Vor einem zweistöckigen Haus sitzt ein alter Mann auf einem Plastikstuhl und ist in die Lektüre einer Zeitung vertieft. Stoitschko Mustanow betreibt auf drei Quadratmetern einen kleinen Laden, in dem er Waren des täglichen Bedarfs anbietet: Schwämme, Besen, Toilettenpapier, Zucker, Schokoriegel, Sonnenblumenkerne. Doch Kunden kommen nur wenige. "Die Menschen haben keine Arbeit und kein Geld", sagt er.

Mühsam erhebt sich der 57-Jährige und schlurft in den Verkaufsraum, um der Besucherin einen Kaffee zu holen. 160 Lewa Invalidenrente (80 Euro) bekommt er. Das reicht nicht einmal für die Medikamente, die er braucht. "Früher", sagt er, "da war es besser. Jetzt sind wir zwar in Europa, aber kaufen können wir uns nichts." Er hält einen Augenblick inne. "Mir ist egal, was oder wer jemand ist. Zuallererst ist er doch ein Mensch." Dann fällt sein Blick auf einen Hund, der auf dem Bürgersteig in der Sonne liegt. " Ja, ja, so ist unser Leben", sagt er. "Ein richtiges Hundeleben."

10/16/2010

Sinti und Roma – in Europa zuhause

A forgotten promise in collaboration with Münchner Flüchtlingsrat e.V.: video projection of the pictures of A forgotten promise during the exposition "Sinti und Roma- In Europa zuhause" at the culture center Gasteig (foyer, small concert hall), 19 Ausstellung im Gasteig, Foyer Kleiner Konzertsaal, October 19 to November 7, 2010.

10/14/2010

Blackbox Roma - Rom means human being (Article in Die Tageszeitung, 14.10.2010)

Commentary: Wolfgang Wippermann
Rom heißt "Mensch". Doch wen interessiert das und wer beachtet das? Journalisten schreiben über die real gar nicht existierende und auf jeden Fall nicht von den Roma zu verantwortende "Roma-Frage". Mit ihrer Lösung beschäftigen sich Sozialarbeiter und Kriminalisten, die dafür von Politikern alimentiert werden, welche in den Roma bloße Objekte ihrer Politik sehen, aber so gut wie nichts über sie wissen. Oder sie wie Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy für den Wählerfang am rechten Rand instrumentalisieren.

Dieses Nichtwissen haben die Politiker mit Geschichts- und sonstigen Professoren gemein, die erfolgreich verhindern, dass ihre Lehrer- und sonstigen Studenten etwas über die Roma in Erfahrung bringen, was sie ihren künftigen Schülern vermitteln könnten.

Wolfgang Wippermann ist außerplanmäßiger Professor am Friedrich-Meinecke-Institut an der FU Berlin. Seine Schwerpunkte sind Antiziganismus, Faschismustheorien und die Geschichte des Kommunismus. Foto: privat
Wissen wäre aber nötig, um die Vorurteile bekämpfen und überwinden zu können. Und von denen sind gerade die Roma betroffen. Nach Umfragen, die allerdings einige Jahre zurückliegen und nicht erneuert wurden, hassen über 60 Prozent der gegenwärtigen Deutschen die Roma, welche sie häufig und ebenso fälschlich wie vorurteilshaft als "Zigeuner" bezeichnen.
In unseren östlichen und jetzt auch einigen westlichen Nachbarländern ist der Antiziganismus noch weiter verbreitet. Hier werden die Roma nicht mehr "nur" gehasst und diskriminiert, hier werden sie verfolgt, nachdem sie ihrer Bürger- und Menschenrechte beraubt worden sind. Doch das interessiert hierzulande kaum jemanden.
Dies ist zugegebenermaßen "viel Thesen-Holz", das der Begründung bedarf. Fangen wir mit der Journalistenschelte an. Ständig wird über die "Roma-Frage" berichtet, ohne zu erwähnen, dass für sie nicht die Roma, sondern die Nichtroma verantwortlich sind. Nicht die Roma sind das Problem. Das Problem ist die Roma-Feindschaft. Dafür hat sich der Begriff des Antiziganismus eingebürgert. Genau wie man Antisemitismus nicht den Juden anlasten darf, kann man die Roma nicht für den Antiziganismus verantwortlich machen. Antiziganismus, Antisemitismus und andere Varianten des Rassismus sind das Problem der jeweiligen Mehrheitsgesellschaft.

In der Berichterstattung über die Roma wurde in den letzten Wochen und Monaten ständig von der "Roma-Migration" geredet. Die aber gibt es gar nicht. Es gibt Roma-Migranten, aber keine Massenwanderung von Roma. Für die Auswanderung oder besser Flucht einiger Roma aus ihren Heimatländern wurden zudem fast ausschließlich soziale Probleme verantwortlich gemacht. Aber auch diese Feststellung ist in der Pauschalisierung nicht richtig.

Schließlich sind nicht alle Roma in allen Ländern arm, wie umgekehrt nicht alle Armen in allen Ländern Roma sind. Armut ist ein soziales Problem, das nicht ethnisiert werden darf. Bei der Kriminalität ist es ebenso. Sicher gibt es neben deutschen oder italienischen auch kriminelle Roma. Es gibt jedoch keine Roma- oder "Zigeuner- Kriminalität". Die Ethnisierung von Armut und Kriminalität zeugt von einer antiziganistischen Denkweise. Dass diese so weit verbreitet ist, liegt nicht nur, aber vornehmlich daran, dass die Mehrheitsgesellschaft so wenig über die Roma weiß.

Schuld daran ist nicht nur, aber vor allem mein Berufsstand - die Professoren. Denn die haben sich kaum mit der Geschichte und Gegenwart der Roma und noch wichtiger und beklagenswerter so gut wie gar nicht mit der Geschichte und Gegenwart des Antiziganismus beschäftigt. An keiner deutschen und meines Wissens auch keiner europäischen Universität gibt es ein Institut für Antiziganismusforschung, und auf der Welt werden so gut wie nirgends Roma-Studien betrieben. Wie kann man in Schule und in der politischen Bildung über Roma unterrichten - die mit insgesamt 12 Millionen Angehörigen die größte Minderheit Europas stellen - und Antiziganismus bekämpfen, wenn man über beides kaum etwas weiß?
Nun weiß ich aus eigener leidvoller und seit dreißig Jahren betriebener Praxis, dass Wissen allein nicht hilft und Aufklärung auf unüberwindbar scheinende Grenzen stößt. Doch man sollte es zumindest versuchen. Hier sind zudem nicht nur Professoren, Lehrer und politische Bildungsarbeiter gefragt, hier muss der politisch mündige

Wo ist er geblieben? Wir protestieren gegen alles Mögliche. Gegen den Abriss eines Bahnhofs und das Fällen von Bäumen. Doch wer protestiert gegen die Diskriminierung der hiesigen und die Verfolgung der ausländischen Roma? Gegen die Abschiebung beziehungsweise Deportation der Roma aus Frankreich in diesem Jahr. Gegen die antiziganistischen Pogrome in Italien des letzten Jahres. Gegen die bevorstehende Abschiebung von tausenden Roma, die während des Kosovo-Krieges 1999 nach Deutschland flohen und nun wieder in den Kosovo rückgeführt werden? Mithin in ein wirtschaftlich komplett marodes Land, in dem der Antiziganismus sehr stark verbreitet ist. Wer schließlich tritt ein gegen die seit Jahren und Jahrzehnten zu beobachtende rassistisch motivierte Unterdrückung und Verfolgung der rumänischen, slowakischen, ungarischen und bulgarischen Roma durch Parteien und Staaten, die eindeutig faschistisch sind, aber meist als nur rechtspopulistisch bezeichnet werden?
Einige Roma- und Menschenrechtsorganisationen warnen bereits vor der Gefahr eines Völkermordes. Doch bei uns nimmt das kaum jemand wahr. Wir wollen wieder einmal von allem "nichts gewusst" haben.

Rom heißt Mensch. Doch für viele Deutsche und andere Europäer sind die Roma immer noch "nur Zigeuner".

9/17/2010

Struggle with Sarkozy

Streit mit Sarkozy
Deutsche Roma-Lager? Fehlanzeige
Von Andreas Grieß, Maria Marquart und Dominik PetersDzoni Sichelschmidt, Foto: DDP

Article in german online-magazine SpiegelOnline about the polemic between the EU and french president Nicolas Sarkozy and the situation of Roma people in Germany:

Streit mit Sarkozy
Deutsche Roma-Lager? Fehlanzeige
Von Andreas Grieß, Maria Marquart und Dominik Peters

Frankreichs Präsident Sarkozy behauptet, auch Deutschland wolle Roma-Lager räumen - was Kanzlerin Merkel dementiert. Denn Menschen, die wild campieren, sind hierzulande die absolute Ausnahme. Allerdings haben Roma mit Diskriminierung zu kämpfen, selbst Kindern droht Abschiebung.
Hamburg/Berlin - Die Äußerung von Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sorgte für helle Empörung: "Frau Merkel hat mir gesagt, dass sie beabsichtigt, in den kommenden Wochen Roma-Lager räumen zu lassen." Merkel dementierte prompt. Sie habe mit Sarkozy weder über vermeintliche Roma-Lager in Deutschland noch über deren Auflösung gesprochen.
Tatsächlich gibt es hierzulande auch gar keine größeren Roma-Lagerplätze wie in Frankreich, wo Landfahrer in großer Zahl campieren oder sich sogar kleine Hütten zusammenzimmern. "Mir sind in Deutschland keine solche Lager bekannt, wie es sie in Frankreich oder Italien gibt", sagt Herbert Heuß, Wissenschaftler vom Zentralrat der Sinti und Roma in Deutschland zu SPIEGEL ONLINE.
Die Roma, die etwa aus Rumänien auf der Suche nach Arbeit nach Deutschland kommen, seien auch keine Nomaden, die in Wohnwagen leben. "Sie kommen aus rumänischen Dörfern und leben auch dort in Häusern." Auch in Deutschland würden sie dann in festen Behausungen unterkommen. Dass Roma in Parks kampierten - wie im vergangenen Jahr in Berlin -, sei eine absolute Ausnahme, so Heuss.
Wie viele Roma nur für kurze Zeit aus Osteuropa gekommen sind und sich derzeit in Deutschland aufhalten, darüber gibt es ohnehin keine Zahlen. Die meisten hier lebenden Roma kommen aus dem ehemaligen Jugoslawien.
Wahr ist, dass die Roma auch in Deutschland mit großen Problemen zu kämpfen haben.

Wie beispielsweise Dzoni Sichelschmidt. Der 39-Jährige wollte nie nach Deutschland auswandern. Wäre es nach ihm gegangen, wäre er jetzt Tierarzt im Kosovo...(...)

7/26/2010

Kosovo Independence


After the decision of the Un court in Den Haag last weeks, things in Cesmin Lug and Osterode, the two contaminated camps in Mitrovica won´t change... As a reminder an extract of the 2010 report elaborated by Human Rights Watch: "The lack of international agreement on Kosovo's status continues to impede efforts to protect the human rights of its inhabitants. Caught between disagreements among its member states, and between Belgrade and Pristina, EULEX struggled in 2009 to fully deploy throughout Kosovo and execute its task of building a functioning justice system. The Kosovo authorities again failed to demonstrate unequivocal commitment to minority rights and the rule of law."

7/08/2010

Children of Sinti and Roma undesired in Germany - in spite of lack of prospects in Kosovo (Die Tageszeitung, online edition, 09.07.2010)

Photo: Reuters
Trotz Perspektivlosigkeit im Kosovo
Roma-Kinder sind unerwünscht
Deutschland will 5.000 Kinder aus Roma-Familien ins Kosovo rückführen. Dort haben sie kaum eine Perspektive auf Bildung und Integration, zeigt eine neue Studie.
VON SABINE AM ORDE

Das Kinderhilfswerk Unicef warnt vor der Abschiebung von insgesamt 5.000 Kindern und Jugendlichen aus Roma-Familien ins Kosovo, wie sie Bund und Länder in den kommenden Jahren planen. Die Kinder hätten im Kosovo kaum eine Perspektive auf Schulbildung, medizinische Versorgung und gesellschaftliche Integration, heißt es in einer neuen Unicef-Studie zur Lage von Roma-Kindern in Deutschland und im Kosovo, die am Donnerstag vorgestellt wurde.

Demnach gehen drei von vier Kindern, die in den Kosovo abgeschoben wurden, dort nicht mehr zur Schule. Zwei Drittel der Roma-Kinder leben in Armut, jedes dritte Kind hat nicht genug zu essen. "Das Wohl der Kinder steht infrage", sagte Unicef-Vorstandsmitglied Tom Koenigs, der auch Abgeordneter der Grünen im Bundestag ist. Nach der UN-Kinderrechtskonvention aber hätten alle Kinder das Recht auf Schutz. "Deshalb müssen die Abschiebungen gestoppt werden."

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Der Hintergrund: Die Bundesregierung hat im April ein Rückübernahmeabkommen mit der kosovarischen Regierung unterzeichnet. Seitdem droht etwa 12.000 Roma, die in den 90er Jahren aus dem Kosovo nach Deutschland geflohen sind, die Abschiebung. Darunter sind über 5.000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Fast zwei Drittel von ihnen sind laut Unicef in Deutschland geboren und aufgewachsen. Die meisten der ausreisepflichtigen Roma leben in den drei Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Über 100 Roma wurden bereits abgeschoben.

Ein internationales Forscherteam hat in den ersten Monaten dieses Jahres im Auftrag von Unicef 173 Roma, die aus Deutschland ins Kosovo zurückgekehrt sind, interviewt und Gespräche mit Gemeindevertretern, Ministern, Beamten und Entscheidern auf internationalen Ebene geführt. Durchschnittlich lebten die befragten Familien 14 Jahre lang in Deutschland, sagte Verena Knaus, die die Studie im Kosovo durchgeführt hat. "Zwei von drei Kindern, die wir angetroffen haben, sind in Deutschland geboren und fühlen sich ganz klar als Deutsche", sagte Knaus. Auch mit der deutschen Sprache fühlten sie sich wohler. Die Experten gehen davon aus, dass viele der Abgeschobenen versuchen werden, nach Deutschland zurückzukehren.

Ein großes Problem sei es, dass fast die Hälfte der Kinder keine Geburtsurkunden haben, so Knaus. Manchen fehlten sie, weil die Identität der Eltern in Deutschland nicht vollständig geklärt werden konnte, andere hätten die Papiere aufgrund überstürzter Abschiebungen in Deutschland zurückgelassen. "Für die Behörden im Kosovo existieren diese Kinder nicht", sagte die Wissenschaftlerin. Das hat weitreichende Konsequenzen: Die Kinder haben keinen Zugang zu Schulen sowie zur Gesundheitsversorgung, und sie bekommen auch die ohnehin sehr niedrige Sozialhilfe nicht.

Die Unicef-Studie entstand in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Antisemitismusforschung der TU Berlin. Wolfgang Benz, der Direktor des Zentrums, kritisierte mit Blick auf die hiesige Situation, bei der Abschiebung spielten die Integrationsperspektive und die Verwurzelung der Kinder in Deutschland kaum eine Rolle. Häufig könnten Eltern auf dem Arbeitsmarkt zwar nicht Fuß fassen, gleichzeitig seien die Kinder aber gut integriert. Diese bräuchten ein dauerhaftes Bleiberecht.

6/19/2010

Tag des Flüchtlings 2010 - Pro Asyl e.V. Deutschland


Pictures of "A forgotten promise" by Florian Bachmeier for Pro Asyl e.V.: Magazine "Mit Diskriminierung macht man keinen Staat", 2.50 Euro (online-order: www.proasyl.de/de/shop/tag-des-fluechtlings), may 2010, Din A4.

5/12/2010

Aufschrei durch Bilder

Article by Alois Pribil in Kulturvision 13/2010 (p. 8, www.kulturvision.de)on my project about borders in Eastern Europe. In our interview we talked a lot about the situation of the Roma in the camps of Osterode and Cesmin Lug in Mitrovica, Kosovo...

4/07/2010

International Day of Roma, 8 of April

The European Council denounces political racism against Roma communities in Europe.
Persecuted under the fascist regimes, exterminated in the nazi death camps, and killed by hundreds during the Balcan Wars, Roma all over Europe are once again victims of politics of demagogy and have to serve as scapegoats for the descontent caused by the effects of economic crisis. This is the conclusion of an official report presented by the Commitée of Human Rights of the European Council a few days ago. The approximately ten million of Roma living in diferent european countries have to fight against prejudices rooted very deep in these societies and it is not dificult to observe that hostility against „gypsies“ is increasing.

To read the entire press release: http://cms.horus.be/files/99935/MediaArchive/pdfpress/2010-04-07%202nd%20EU%20Roma%20Summit.pdf

3/15/2010

Lead Through Life - A poem written by Tomas O Carthaigh

Photo: Florian Bachmeier

Lead throug life

In camps they live in Mitrovica
As UN protected refugees
The silent victims of a war they did not start
Whose plight nobody sees.

The only ones labeled IDP
Taken from them their own name
With the ’liberation’ of Kosovo
Never for the Roma, things be the same.

The planes came and bobed their homes
Roma and Serb had to flee
Torched and totured by the Albanians
They asked how this could be?

In the northern section of Mitrovica
A refugee camp of Roma stands
Along with two others,
Built by UN on Serbian lands.

Its not repaired very well
And as they rise or go to bed
In their lungs they breath red dust
Of where theyre camped: a mine of lead!

Yes UN placed camps on slagheaps
’Only for 45 days’...
Its now three years or so of tears
And there the camp still stays.

© 2007 Tomas O Carthaigh

12/06/2009

Appeal by Romani Rose, Head of the Zentralrat Deutscher Sinti und Roma (December 2nd, 2009)

Photo: A forgotten promise, Bajram near his home in Roma Mahalla, South Mitrovica, June 2009.

Zentralrat Deutscher Sinti und Roma fordert die Innenministerkonferenz auf :
Sofortiger Abschiebestopp von Minderheitenangehörigen in den Kosovo – Bundestag soll Anhörung zu Lage und Perspektive der Roma in Kosovo durchführen

Die Lage im Kosovo ist für Angehörige der Roma nach wie vor katastrophal und – entgegen den Lageberichten der Bundesregierung – nach wie vor von direkter Bedrohung gekennzeichnet. Es kommt immer wieder zu ethnisch motivierter Gewalt gegen Minderheiten, die von der kosovarischen Polizeibehörden nicht aufgenommen werden, sei es, daß die Opfer begründete Angst vor Repressalien haben, oder weil die kosovarische Polizei bei solchen Straftaten schlicht nicht tätig wird. Die jüngsten Berichte der OSZE, des UNHCR und auch der UNMIK Bericht vom September 2009 bestätigen diese Situation. Es sei daher unverantwortlich, angesichts der ohnehin wieder gespannte Lage zwischen den verschiedenen Nationalitäten und Ethnien im Kosovo jetzt – wie beabsichtigt – mehrere Tausend Menschen abschieben zu wollen, so Romani Rose. (...)

In Mitrovica leben Roma seit über zehn Jahren auf von Schwermetallen extrem verseuchtem Gelände mit der Folge schwerer Gesundheitsschäden. Weder die internationale Gemeinschaft noch die Regierung des Kosovo haben Anstrengungen unternommen, die Zustände in den Lagern von Mitrovica zu ändern, die der Menschenrechtskommissar des Europarates als schwerwiegendstes humanitäres Menschenrechtsproblem in Europa bezeichnete. Dieses Beispiel zeigt, dass es im Kosovo keinerlei Entwicklung gibt, die eine Rückkehr für Minderheitenangehörige möglich erschienen ließen. In jüngster Zeit sind vielmehr erneut Roma-Familien gezwungen, in diesen Lagern Unterkunft zu suchen, darunter auch abgeschobene Familien aus Deutschland. Roma können im Kosovo bis heute nicht in ihre Heimatgemeinden zurückkehren, weil ihre Häuser zerstört oder von Albanern besetzt sind.

Die Minderheitenangehörigen aus dem Kosovo leben zum Teil seit über zehn Jahren in Deutschland; ihre Kinder sind hier in Deutschland geboren und aufgewachsen, sie sind hier zur Schule gegangen und sie sprechen in der Regel weder Albanisch noch Serbisch.

Deutschland hat aufgrund des Völkermords an über 500.000 Sinti und Roma in Europa eine besondere Verantwortung gegenüber verfolgten Minderheiten und gegenüber Vertriebenen. Diese besondere Verantwortung hat sich jetzt gegenüber den Roma zu beweisen, die aus ihrer Heimat im Kosovo im Rahmen ethnischer Säuberungen vertrieben wurden, und deren Abschiebung in den Kosovo sie einer unmenschlichen Situation aussetzen würde.

Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma fordert daher den Bundesminister des Innern und die Innenminister und Senatoren der Länder auf, die Regelungen für den Aufenthalt der aus dem Kosovo vertriebenen Menschen schnell zu korrigieren. Hierzu gehört vor allen Dingen die Änderung der Fristen für die Bleiberechtsregelung, um den langfristig geduldeten Menschen endlich eine gesicherte Perspektive in Deutschland zu schaffen.

Darüber hinaus fordert der Zentralrat die Fraktionen des Deutschen Bundestages auf, eine Anhörung zur Sicherheitslage der Roma und anderer Minderheiten im Kosovo durchzuführen. Auch sollen dabei die Erkenntnisse der Bundesregierung über die Eigentumsverhältnisse im Kosovo, die Rückgabe von besetzten Häusern und die Entschädigung für die über 14.000 zerstörten Häuser der Minderheit erörtert werden.

Romani Rose
Vorsitzender des Zentralrat Deutscher Sinti und Roma, Heidelberg

10/26/2009

Report on the situation of Kosovar minorities deported from Germany


Photo: Pro Asyl.
Report on the situation of Kosovo Roma, Ashkali and Egyptians deported from Germany to Kosovo on www.proasyl.de In german): http://www.proasyl.de/fileadmin/fm-dam/q_PUBLIKATIONEN/09_10_16_BHP_PA_Kosovo.pdf.

The situation of the RAE community in Mitrovica is especially grave, the city is still a critical borderline, divided in the serb community in the nort and the albanian community in the southern part. Roma are most vulnerable to spontaneous outbreaks of ethnic violence, the incidents of summer 2009 speak a clear language...

10/19/2009

Up-to-date information on www.muenchner-fluechtlingsrat.de


After the signing of the bilateral agreement of resettlement between Berlin and the Kosovo government in Pristina, Germany prepared the deportation of more than 10.000 Roma refugees; they were seeking asylum in Germany since the war in 1999 and now UNHCR is advicing against involuntary return to Kosovo. Roma and Ashkali in Kosovo are living under the menace of pauperization and ethnic violence. Also Amnesty International urges the german government to stop this wave of deportation of Roma refugees and prognosticates that the situation in Kosovo will not change in the next years...

10/16/2009

Pro Asyl Press statement


The german NGO Pro Asyl released a press statement (15.10.2009) on the actual situation of Roma, Ashkali and Egyptians in Kosovo (in german): http://www.proasyl.de/de/presse/detail/news/aktuelle_recherche_bestaetigt_abgeschobene_roma_haben_im_kosovo_kaum_chancen_auf_ein_menschenwuerdige/back/714/

"Ein heute veröffentlichter Recherchebericht bestätigt: Die geplanten Abschiebungen von Roma in das Kosovo sind unverantwortlich. Abgeschobene haben im Kosovo kaum eine Chance, eine menschenwürdige Existenz zu begründen. Ihnen steht ein Leben am Rande des physischen Existenzminimums bevor. Ihre Menschenrechte auf körperliche Unversehrtheit, auf Zugang zu Gesundheitsversorgung und Bildung bleiben auf der Strecke. Zudem können sie sich keineswegs sicher fühlen, wie gewalttätige Übergriffe im Sommer dieses Jahres belegen. PRO ASYL fordert deshalb die neue Bundesregierung auf, die begonnenen Abschiebungen von Roma und Serben in das Kosovo zu stoppen."

10/15/2009

Report on deportation of Roma refugees


watch the report about Roma refugees in Germany waiting for deportation to Kosovo, broadcasted on the german TV newscast Tagesschau (14.10.2009): http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video585766_bcId-_ply-internal_res-flash256_vChoice-video585766.html